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Das war die Themenausstellung 2019

Flyer Themenausstellung 2019 - Palimpsest

Für die Themenausstellung 2019 hatten wir das schwierige Thema „Palimpsest“ gewählt, und neun Künstlerinnen der INITIATIVE KUNST HENNEF befassten sich mit dem Untertitel: „Kunst deckt auf“ und zeigten ihre unterschiedlichen Ansätze und Statements zur Thematik. Das war eine interessante und  auch für uns spannende Ausstellung.

Die Eröffnung war am Samstag, 18. Mai 2019 um 17:00 Uhr in der Meys Fabrik in Hennef.  Da das Thema doch recht schwierig und der Begriff Palimpsest doch nicht so geläufig ist, hat Karin Kunczik-Rüdiger (1. Vorsitzende der IKH) nach der Begrüssung durch den stellvertretenden Bürgermeister, Herrn Wallau, folgende Einführung zur Thematik  gehalten:


Fotoimpressionen [anklicken]

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Palimpsest

Als ich das Wort Palimpsest zum ersten Mal hörte, dachte ich spontan an Dieter Hallervorden, der seine Sketche immer mit den Worten „palim palim“ begann. Hat mit Palimpsest sicher nicht zu tun, also musste ich mich über die Bedeutung erst mal schlau machen und ich denke, Ihnen wird es sicher ähnlich gegangen sein.

Palimpsest bezeichnet eine Manuskriptseite oder-rolle, die beschrieben, durch schaben und Waschen gereinigt und dann neu beschrieben wurde. Dieses Verfahren gab es bereits in der Antike und im Mittelalter. Der Grund dafür waren ein Mangel an neuem Schreibmaterial bzw. dessen hoher Preis. Die meisten Palimpseste bestehen aus Pergament oder Papyrus, um sie wieder zu verwenden benutzte man schon damals Tintenkiller, wie etwa Zitronensäure.

Heute erlaubt die moderne Technik, die Schriften unter der Schrift wieder sichtbar zu machen.

Seit Mitte des 19 .Jahrhunderts wurde die Technik des Palimpsestieren als Metapher für geistige und kreative Prozesse verwendet. Der menschliche Geist und vor allem unser Gedächtnis kann man mit einem Palimpsest vergleichen. Es speichert Ideen, Bilder, Gefühle, so lange wir leben und es kommen immer neue Schichten hinzu. Das hört eigentlich erst auf, wenn Demenz dies verhindert. Für Sigmund Freud muss das menschliche Gedächtnis zwei Dinge leisten: unbegrenzte Aufnahmefähigkeit und Erhaltung von Dauerspuren.

In der Kunst waren es vor allem die abstrakten Expressionisten, wie z.B. die Künstlergruppe CoBrA die durch die Wiederbenutzung von allen möglichen Papieren wie Landkarten, Kassenbelegen, Briefe etc. Palimpseste schufen. Auch heute gibt es Künstler – ich gehöre auch dazu – die selbst Leinwände mehrmals übermalen und so eine strukturelle Landschaft erschaffen. Im Grunde ist diese Technik auch eine Art von Nachhaltigkeit.

Welche Vielfalt von Möglichkeiten der künstlerischen Umsetzung eine Ausstellung zum Thema „Palimpsest“ bietet, zeigen die hier für geschaffenen Arbeiten:

Zwei Künstlerinnen haben die Ausbeutung unserer Erde als Inhalt gewählt, die Plünderung unseres Planeten um jeden Preis, um aus jedem Quadratzentimeter von Mutter Erde Profit schlagen zu können.

Ulrike Kienzlers Arbeit „Work in Progress“ prangert den Braunkohle Tagebau an. Sie zeigt auf abgerissenen Plakatwandstreifen wie ein riesiger bedrohlich wirkender Bagger   die Erde verschlingt, alles, was gewachsen war zerstört wird. Der Mensch formt die von Ihm zerstörte Natur um , designt Kulturlandschaften, Palimpsest im grossen Stil. Die Unersättlichkeit der Braunkohle Abbaubetreiber macht nicht Halt vor uralten Baumriesen, nicht vor alten Dörfern und auch nicht vor dem Naturwunder unter der Erde, den Pilzen, die unterirdisch über hunderte Kilometer mit einander verflochten sind. Die grosse Betroffenheit der Künstlerin ist verständlich, wohnt sie doch in der Nähe des Abbaugebiets und erlebt alles hautnah.

Für Barbara Hanebuth es die Umweltverschmutzung in der größten offenen Kupfermine der Welt im Norden von Chile. Sie ist 5 km lang, 3 km breit und 1 km tief.

Dort werden täglich ca. 180 000 Tonnen abgebaut die dann ca. 2000 hochprozentiges Kupfer enthalten. Da Tagebau verursacht eine enorme Verschmutzung, da Arsen und andere gefährliche Substanzen mit den Abwässern ins Umland gelangen.

Auch mit dem Boden befasst sich Barbara Niesen, und zwar mit Moorlandschaften, die von der Natur wie ein Palimpsest seit vielen tausend Jahren geschaffen wurden. Niesen zeigt ihre ganz eigenen Moorlandschaften, indem sie hervorhebt und verdeckt. Der innerbildliche Prozess, der durch Gegenüberstellung sowie Übermalung in Gang gesetzt wird, gibt Anlass zum Vergleich mit dem Palimpsest.

Ulrike Ankirchner schafft vielschichtige tiefgründige Materialbilder, in die sie alte Schriftstücke, Briefe, Fundstücke einarbeitet. Plastische Bildlandschaften voller Erinnerung und Melancholie entstehen so Schicht für Schicht unter Verwendung von Gips, Kreide oder Wachs . Sie schafft sinnliche Bildflächen und bietet dem Betrachter

eine Landschaft, die er fantasievoll durchwandern kann.

Vera Siepen befasst sich in ihren Collagen mit dem Schein. Sie schreibt dazu:“

Schein – der schöne Schein, Scheinwelt,   Braun lebt, scheinbar seriös, verborgen, trügerischer Schein versteckt in schönen Worten, präsentiert durch scheinbar seriöse Menschen, wo bin ich   - Angst.“

Manuela Prinz steuert zu dieser Ausstellung zwei von ihr zu Kunstobjekten gestaltete Stühle bei. Alte Dokumente, Bilder, Briefe und Zeitungen aus Nachlässen oft schon vergessener Menschen aus vergangenen Zeiten hat sie geschichtet, arrangiert verfremdet als Collage auf die Stühle geklebt. Das Vergangene prägt somit die neu geschaffenen Kunstobjekte.

Die Arbeiten von Peter Grewe erinnern an barocke Reliquienbilder, die den irdischen Überresten oder Teilen des persönlichen Besitzes verehrter Heiliger einen letzten Platz widmen. Seine Bildern spiegeln Fragmente einer vergangenen handwerklichen Welt mit Materialbeispielen, die er für überlebenswert hält. In seinen Montagen wandeln sich unscheinbare Fundstücke ins Phantastische und bewahren dabei überlebenwerte Eigenschaften ihrer ursprünglichen Schöpfer.

Margret Zimpel greift bildhaft das Thema Anpassung – Integration und Individualität auf: in Anlehnung auf die zur zeit geführten Diskussionen zu den Themen Migration – Grenzen – Heimat – genetische Eingriffe – Erbgut – Inklusion – Europa und mehr.

Es gibt sie noch: die Riesen. In der Menge sind wir scheinbar geschützt. Alle reißen die Arme hoch. Alle scheinen zu jubeln oder zu protestieren, je nach Situation. Unsere Ängste, unsere Zustimmung oder unsere noch nicht genau definierte Einstellung zum Geschehen wird von der Menge assimiliert. Die drei Riesen stehen für die personifizierte Macht, für Demagonie und für die Allmacht der Bestimmenden.

Klimaschutz und Klimawandel ist das Thema von Marion Gebauer in dieser Ausstellung.

Sie sieht den Klimawandel in verschiedenen Bereichen: einerseits dem Klima im menschlichen Miteinander, wie in der Politik, der Arbeitswelt und in der Familie, andererseits dem Klima der Welt, unserer Umwelt. Sie fordert uns alle auf, eines ihrer Werke radikal mit Farbe zu verändern: es handelt sich dabei um eine Kopie einer Bleistiftzeichnung wo ein Hakenkreuz noch sichtbar ist. Und wir können alle aktiv ein farbiges lebendiges Zeichen gegen Rechtsradikalismus setzten.

Unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde 8mal in Folge vom Forbes Magazin als mächtigste Frau der Welt ermittelt. Karin Kunczik-Rüdiger möchte an eine junge Frau erinnern, die zu ihrer Zeit die mächtigste Frau des Abendlandes war: Theophanu, die mit 12 Jahren mit Otto II vermählt wurde. Die Heiratsurkunde ist in dem grossen Bild zu sehen. Kaiserin Theophanu schaffte es mit grossem diplomatischen Geschick nachdem Kaiser Otto II starb, das große Kaiserreich für ihren Sohn entgegen aller Intrigen zu bewahren

Sie brachte auch Kunst und Kultur ihrer byzantinischen Heimat ins Reich. Ihre Gebeine liegen in Köln in der Kirche Sankt Pantaleon.

Greta Thunberg hat mit ihrer „Fridays for Future“ Aktion eine weltweite Welle in Bewegung gebracht. Das amerikanische Magazin Time zählt sie zu den einflußreichsten Persönlichkeiten dieses Jahres. Greta, die das Asperger Syndrom hat, konnte das Wissen um die Klimaerwärmung nicht ertragen und musste „aus der Haut fahren“ und wollte kein „Inmich“ mehr sein.

Karin Kunczik-Rüdiger
Hennef, 17. Mai 2019

Der Kunst einen Raum geben

Seit über fünfunddreißig Jahren bietet die Initiative Kunst Hennef Künstlern einen Ort der Begegnung.
Kunst ist individuell und jeder Kunstschaffende hat seine eigene Ausdrucksform – unabhängig von den jeweils bevorzugten Materialien.
Selbstgestellte Aufgabe der Initiative ist es, ihren Mitgliedern eine Plattform zum Austausch und einen Raum, sowohl zur Umsetzung als auch zur Präsentation ihrer Ideen zu schaffen.

Gestern... Heute... Morgen...

Die Initiative Kunst Hennef e.V. präsentiert 2 Ausstellungen im Jahr. Ausstellungsort ist die Meys Fabrik in Hennef, Beethovenstr.

Im Frühjahr/Frühsommer findet eine Themenausstellung statt, an der sich üblicherweise die Mitglieder der Initiative beteiligen . Für Künstler/Künstlerinnen, die nicht Mitglieder sind, aber sich in besonderer Weise mit dem Thema befassen, befasst haben oder sich befassen wollen, ist eine Teilnahme möglich.

Das Thema wird zu Beginn des Jahres gemeinsam ausgewählt, in den letzten Jahren hat es sich die Initiative zur Gewohnheit gemacht, aktuelle, gesellschaftpolitische Themen aufzugreifen.


GastausstellerIn

Sie haben Interesse Ihre Werke bei den nächsten Hennefer Kunsttagen auszustellen? Dann finden Sie im Folgenden alles Wissenswerte dazu:


Kontaktaufnahme
Bitte bekunden Sie Ihr Interesse an der Teilnahme an den Hennefer Kunsttagen unter Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter 02686 - 85 53

Geben Sie bitte hier Ihre Kontaktdaten an. Wir informieren Sie rechtzeitig über alle Modalitäten.

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Einen besonderen Dank

richten wir...

an die Kreissparkasse Köln, die uns regelmäßig in jedem Jahr im Rahmen des Jugendkunstpreises, bei der Ausstellungsgestaltung und in der Werbung fördert.

kreissparkasse koeln

https://www.ksk-koeln.de

 

an die Stadt Hennef, den Heimatort der IKH. Hier erfahren wir eine besondere Würdigung durch großzügige Unterstützung und vor allem durch die kostenlose zur Verfügungsstellung des Ausstellungsraumes – die Meysfabrik in Hennef.

Stadt Hennef

https://www.hennef.de

 

Wo ist...

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